
Eigene Sache | Juli 2026
EFD Energiemarkt-Update.
Die Energiemärkte sind aktuell teuer, und der Grund dafür liegt in der Politik, nicht im Verbrauch. Was das für Ihre Objekte bedeutet und warum wir derzeit zum Abwarten raten, lesen Sie hier.
Aktuelle Marktlage.
Alle Werte als reine Beschaffungspreise an der Börse, ohne Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Marge:
- Gas für die kommenden Monate: rund 6,3 ct/kWh, ein Plus von etwa 1,3 ct/kWh in nur zwei Wochen
- Gas für die Belieferung ab 2027: rund 4,6 ct/kWh
- Strom für die Belieferung ab 2027: rund 11,0 ct/kWh
- CO2-Zertifikate: rund 88 EUR pro Tonne
Was am Ende auf der Rechnung Ihrer Mieter steht, liegt durch die staatlichen Bestandteile und die Netzentgelte deutlich höher.
Gaspreis: Der Sprung der letzten Wochen.
Kaum Bewegung im Frühsommer, dann ein steiler Anstieg innerhalb weniger Handelstage.
Gaspreis-Entwicklung (Börsenpreise)
Marktpreis Gas ct/kWh
Entscheidend ist: Das ist ein Risikoaufschlag, kein Nachfrageproblem. Die Temperaturen liegen im saisonalen Schnitt, der Verbrauch ist unauffällig. Belastend wirken lediglich planbare Faktoren wie Wartungen an norwegischen Pipelines und US-LNG-Terminals.
Ein Wermutstropfen bleibt: Die deutschen Gasspeicher liegen bei rund 46 Prozent Füllstand und damit unter Vorjahresniveau. Das wird uns im Winter noch beschäftigen.
Strompreis: Aufwärtstrend seit dem Juni-Tief.
Der Strompreis folgt dem Gas, verstärkt durch Wetter und CO2.
Strompreis-Entwicklung (Börsenpreise)
Marktpreis Strom ct/kWh
Bei den CO2-Zertifikaten kommt ein Nebeneffekt hinzu: Hohe Gaspreise machen Kohleverstromung wieder wirtschaftlicher, und Kohlekraftwerke benötigen je Energieeinheit rund doppelt so viele Zertifikate wie Gaskraftwerke. Das treibt die EUA-Preise zusätzlich.
Größter politischer Unsicherheitsfaktor bleibt die Reform des EU-Emissionshandels. Die Kommission plant eine langsamere Verknappung der Zertifikate, das Parlament diskutiert noch über den Emissionspfad nach 2030.
Unsere Einschätzung: Jetzt nicht überstürzt handeln.
Wir sehen aktuell keinen Grund, in diese Spitze hinein abzuschließen. Drei Gründe:
Geopolitische Aufschläge sind flüchtig.
Preise, die durch Konflikte getrieben werden, korrigieren erfahrungsgemäß schnell, sobald sich die Lage entspannt. Wer heute für drei Jahre festschreibt, zahlt diesen Aufschlag über die gesamte Laufzeit mit.
Die Fundamentaldaten stützen das Preisniveau nicht.
Nachfrage und Temperaturen sind normal. Der Anteil erneuerbarer Energien wächst weiter: Im ersten Halbjahr 2026 stammten laut Umweltbundesamt rund 57 Prozent des genutzten Stroms aus erneuerbaren Quellen, ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Sommer ist selten der beste Einkaufszeitpunkt.
Hitzewellen, geringe Windprognosen und Kraftwerksdrosselungen in Frankreich wirken saisonal preistreibend und laufen im Herbst wieder aus.
Was wir Ihnen empfehlen.
- Auslaufende Verträge nicht in Panik verlängern, sondern die Restlaufzeit ausnutzen
- Bei Handlungsdruck lieber kurze Laufzeiten wählen und später nachverhandeln
- Tranchenbeschaffung statt Alles-auf-einmal, damit Sie nicht auf einen einzigen Stichtag angewiesen sind
- Uns frühzeitig informieren, wenn Verträge auslaufen, dann beobachten wir den Markt für Sie und schlagen zum richtigen Zeitpunkt zu
Der beste Zeitpunkt für einen Abschluss ist gerade nicht heute. Eine Marktentwicklung lässt sich nicht sicher vorhersagen, wir bewerten die Lage nach bestem Wissen und behalten sie für Sie im Blick.
Bei Fragen zu einzelnen Objekten oder auslaufenden Verträgen sprechen Sie uns einfach an.
Sollten Sie entsprechende Preisanpassungsschreiben erhalten oder Ihre aktuelle Versorgung überprüfen lassen wollen, unterstützen wir Sie selbstverständlich gern. Senden Sie uns Ihre Rechnungen einfach per E-Mail an info@efd-energie.de oder fordern Sie einen Zugang zu unserer Upload-Plattform an.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals für das jahrelange entgegengebrachte Vertrauen und wir sind sicher, dass wir diese Energiekrise wie die letzten hervorragend überstehen werden.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr EnergieForum Deutschland – Team
Was wir gerade sehen, ist ein Risikoaufschlag, kein Nachfrageproblem. Solche Aufschläge korrigieren erfahrungsgemäß schnell.
Weitere Insights
1,3 ct/kWh Aufschlag beim Gas in nur zwei Wochen. Die Einordnung.
Alle unsere Lieferstellen werden weiterhin zuverlässig weiterhin versorgt.
Ein absolutes Highlight zum Jahresabschluss mit magischen Momenten.
Es gab einen fundierten Einblick in Einsatzmöglichkeiten von KI.




